Schloss Bensberg

Schloss Bensberg im Stadtteil Bensberg von Bergisch Gladbach ist ein im frühen 18. Jahrhundert erbautes Jagdschloss, das heute ein Grandhotel beherbergt. Das Schloss hat in den letzten Jahrhunderten verschiedenen Zwecken gedient – in der Zeit von 1935 bis 1943 auch als Nationalsozialistische Erziehungsanstalt (NAPOLA).
Jagdschloss

Jan Wellems Traum am Königsforst

Johann Wilhelm II. beauftragte 1703 den Grafen Matteo d’Alberti mit dem Bau eines neuen Schlosses im Barockstil. Es war als Jagdschloss für seine zweite Frau gedacht und orientierte sich stilistisch an Schloss Versailles und Winchester Castle.
Die Mittelachse des Gebäudekomplexes ist exakt auf den Kölner Dom ausgerichtet, der 14 Kilometer Luftlinie entfernt liegt. Jan Wellem erlebte die Fertigstellung seines repräsentativen bergischen Jagdschlosses nicht mehr. Als er 1716 starb, zeichnete sich bereits der Niedergang des fürstlichen Schlosses ab. Die nachfolgenden Herrscher residierten mehr in der Pfalz als im Herzogtum Berg und besuchten das Schloss nur selten.
Zeitstrahl

1703

Jagdschloss für Jan Wellem

Johann Wilhelm II. beauftragte den Grafen Matteo d’Alberti mit dem Bau eines neuen Schlosses im Barockstil. Es war als Jagdschloss für seine zweite Frau gedacht und orientierte sich stilistisch an Schloss Versailles und Winchester Castle.

1793

Lazarett während der Koalitionskriege

Zu Beginn der Koalitionskriege kam es 1792 zu Gefechten zwischen der französischen Revolutionsarmee und den österreichischen Regimentern in der Schlacht bei Jemappes.[2] Gegen den Widerstand der Burggräfin Helena Theresia Moureaux richtete man im Januar 1793 im Schloss Bensberg ein Feldlazarett ein, das in der Folgezeit die Verletzten aufzunehmen hatte. Es unterstand dem Stadtkommandanten von Köln. Immer wieder war es schwierig, die notwendigen Einrichtungsgegenstände, Stroh für die Lagerung der Verletzten und Brennholz herbeizuschaffen. Auch gab es immer wieder Engpässe mit der Verpflegung. Zudem waren die hygienischen Verhältnisse äußerst mangelhaft. So brach bereits im März 1793 zum ersten Mal Typhus aus, der zahlreiche Opfer forderte. Damit sich die Seuche nicht weiter ausbreiten konnte, schaffte man die Leichen auf dem schnellsten Weg mit Karren hinab ins Milchborntal und verscharrte sie dort in großen Massengräbern.

1813

Die Franzosen auf Schloss Bensberg

Ähnlich richteten die Franzosen ebenfalls im Schloss Bensberg ein Lazarett ein. Auch bei ihnen brach Typhus aus, was wiederum zu vielen Toten führte, die man ebenso im Milchborntal in der Nähe der kaiserlichen Gräber beisetzte. Mit dem Kaiserlichen Kirchhof und dem Französischen Kirchhof errichtete man den toten Soldaten Gedenkstätten im Milchborntal.

1840 bis 1918

Preußische Kadettenanstalt

Als Kadettenanstalt oder Kadettenschule werden weiterführende Schulen bis zum Abitur bezeichnet, die in der Regel der Vorbereitung auf eine militärische Karriere dienen oder für eine zukünftige militärische Karriere förderlich sind.

1918 bis 1930

Obdach im renovierungsbedürftigen Schloss

Nach dem Ersten Weltkrieg richtete man eine Kaserne für Besatzungstruppen ein. Anschließend hatte das inzwischen stark renovierungsbedürftige Schloss ab 1922 keine adäquate Verwendung. Teile des riesigen Gebäudes wurden lange Zeit durch die Gemeindeverwaltung Bensberg und die Evangelische Kirche genutzt. Sodann waren hier zeitweise bis zu 41 obdachlose Familien untergebracht. Um 1924 gab es Überlegungen, das Schloss für 99 Jahre an die Jesuiten zu verpachten.

1935 bis 1943

Nationalpolitische Erziehungsanstalt

Von 1935 bis 1945 richteten die Nationalsozialisten eine Nationalpolitische Erziehungsanstalt (offizielle Abkürzung: NPEA, im Volksmund auch NAPOLA genannt) dort ein.[6] Zu dieser Zeit waren auch ausländische Arbeitskräfte im Schloss tätig und untergebracht. Zudem war infolge eines Brandes 1943 am Schloss Bensberg ein Arbeitslager des KZ Buchenwald angesiedelt. In diesem KZ-Außenkommando Bensberg waren zeitweise bis zu 40 Häftlinge hauptsächlich aus Polen und der Sowjetunion zur Arbeit für die NPEA und die später im Schloss untergebrachten militärischen Dienststellen gezwungen. Am 22. März wurden zwei „Ostarbeiter“ im Park des Schlosses erschossen.

Nach 1945 bis 1997

Besatzungstruppen und belgisches Gymnasium

Nach 1945 wurde es zunächst von amerikanischen, englischen und ab 1946 von belgischen Besatzungstruppen genutzt. In der Zeit von 1965 bis 1997 diente es als Sitz des belgischen Gymnasiums Koninklijk Atheneum Bensberg.

1997

Umbau zum Grandhotel

Im Jahr 1997 wurde das Gebäude zum Grand Hotel umgebaut. Eigentümer ist die Generali Deutschland Lebensversicherung AG, Betreiber die Gruppe Althoff Hotels. Es hat 84 Zimmer sowie 36 Suiten und drei Restaurants, darunter das zwei-Sterne-Restaurant Vendôme unter der Leitung von Joachim Wissler.

Grandhotel

Umbau zum Grandhotel

Im Jahr 1997 wurde das Gebäude zum Grand Hotel umgebaut. Eigentümer ist die Generali Deutschland Lebensversicherung AG, Betreiber die Gruppe Althoff Hotels. Es hat 84 Zimmer sowie 36 Suiten und drei Restaurants, darunter das zwei-Sterne-Restaurant Vendôme unter der Leitung von Joachim Wissler.
Schloss Bensberg

Das Schloss überragt und prägt den Stadtteil Bensberg seit rund 200 Jahren und hat in dieser Zeit schon viele Funktionen beherbergt.

Zur NS-Zeit

In der Zeit der Naziherrschaft diente das Schloss als Nationalpolitische Erziehungsanstalt, in der der politische Nachwuchs gefördert werden sollte.

Erinnern

Ein Literaturkurses am Otto-Hahn-Gymnasium hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Zeit der NAPOLA gegenwärtig zu machen.

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